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----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Wenn ich einmal reich wär… EINTRAG vom 20.03.2010 Nach dem Weihnachtskonzert des Ratsgymnasiums, in dem das Jugendsinfonieorchester das Bach-Konzert, den Bolero von Ravel und „Prismen“ von Maximilian Guth aufgeführt hat, steht nun ein neues Großereignis auf dem Plan. Schüler des Ratsgymnasiums führen in diesem Jahr das Musical Anatevka von Joseph Stein und Jerry Bock im Mindener Stadttheater auf. Das Musical spielt im Ort Anatevka, einem kleinen ukrainischen Dorf im Russischen Reich, um das Jahr 1905 und erzählt vom Schicksal des Milchmanns Tevje und den jüdischen Dorfbewohnern, die wegen des Pogroms in Russland aus ihrer Heimat vertrieben werden. Tevje ist ein frommer Jude, der seine Traditionen achtet und stets bemüht ist, sie zu bewahren. Er beschreibt das Dorfleben in Anatevka mit folgenden Worten: „Jeder versucht, eine einschmeichelnde Melodie zu spielen, ohne sich dabei das Genick zu brechen“, damit ist eigentlich alles gesagt und der Grundstein für die Konflikte ist gelegt. Denn in Anatevka geht es zum einen um den Konflikt zwischen den jüdischen Traditionen und den Wünschen der Töchter nach einem Mann, den sie lieben. So passt es Tevjes ältester Tochter Zeitel gar nicht, als ihr Vater ihr eröffnet, dass sie den Metzger Lazar Wolf heiraten wird, denn sie liebt den Schneider Mottel und will ihn heiraten. Tevje erträgt den Anblick der weinenden Tochter nicht und erfüllt ihren Wunsch, es geht schließlich darum, das Leben so gut wie möglich und mit so wenigen Hindernissen wie möglich zu bestehen. Es gibt aber noch „die anderen“ im Dorf und so bekommen Tevje, seine Familie und die anderen jüdischen Dorfbewohner alsbald zu spüren, dass sie nicht erwünscht sind. Wenn Tevje seine Gespräche mit Gott führt oder wenn seine dominante Frau ihm wieder einmal zeigt, wer wirklich der Herr im Haus ist, dann wirkt Anatevka wie eine Komödie, doch diese Harmonie wird von der Judenverfolgung getrübt und so endet das Musical mit der Vertreibung sämtlicher jüdischer Dorfbewohner aus ihrer Heimat. Neben der vielschichtigen und konfliktreichen Handlung gibt es natürlich auch eine musikalische Begleitung mit vielen Liedern, teilweise zusammen mit einem Chor oder mit Solostimmen. Dazu passt eine folkloristische und typisch jiddische Musik mit Liedern wie dem bekannten Stück „Wenn ich einmal reich wär“, in dem Tevje seinen Traum von Reichtum darstellt. Das klingt vielversprechend. Aber jedes Stück braucht auch Interpreten, die es umsetzen. Dieser Aufgabe stellen sich die Schüler des Ratsgymnasiums und sie bringen damit ein kooperatives, kulturelles Großprojekt auf die Bühne. Hierzu wirken die Theater-AG, das JSO und die RatsBigBand (als „Anaklezma-Ensemble“), der vokalpraktische Kurs der Jahrgangsstufe 12 und CHORisma sowie der Tanz-Kurs der Jahrgangsstufe 12 mit und sie setzen es zusammen szenisch und musikalisch um. Die insgesamt mehr als 80 beteiligten Schüler werden dabei von Wilhelm Krückemeier, Insa Dreismann, Stefanie Grünreich, Martin Guth, Christian Thiemig und Cordula Küppers auf die Bühnenreife vorbereitet und geführt. Die Aufführungen sind am 28., 29., 30. und 31. Mai 2010 im Mindener Stadttheater und bis dahin wird auch noch fleißig geprobt. Wir wünschen Ihnen jetzt schon viel Freude beim Besuch der Aufführungen, mit denen Sie das Kulturengagement der Schüler anerkennen, fördern und ehren. Zum Abschluss wünschen wir Ihnen für die Zeit bis dahin im Sinne der jüdischen Dorfbewohner: Mazeltov! WEITERE EINTRÄGE -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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